Rudof Kaleb SCHUREK

Ruedi / Dodi


Baruch


Baruch Haba Be'Shem Adonai

Gesegnet sei Er, der im Namen des Herrn kommt

Buttons zum Teilen:

Ich setze bewusst keine Cookies ein!


Mit der Nutzung dieses Dienstes  bzw. dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass es durch Provider oder bei einer Verlinkung auf andere Seiten durch deren Anbieter zur Verwendung und Aktivierung von Cookies kommen kann, so wie sie zum Beispiel Google auch auf den eigenen Seiten einsetzt!

Februar 2018

Mir eine Nachricht schreiben:

 
 
 

Erweckungsbeispiele

in der Schweiz

Wer war Jakob Ganz?


Wikipedia schreibt:


Jakob Ganz aus Embrach

(* 6.03.1791 / † 25.12.1867)

war ein Schweizer Prediger der Erweckungsbewegung und Verfasser schwärmerisch religiöser Schriften. Ganz war

der Sohn von Melchior und

Judith Ganz (geb. Steiner).


Nach einer Schneiderlehre und einer kurzen Episode als Schullehrer gelang es ihm, trotz heftiger Widerstände

und mangelnder Vorbildung mit Unterstützung der Zürcher Hülfsgesellschaft seiner Berufung zum Geistlichen zu folgen, und so studierte er von 1814 an Theologie in Basel und wurde im Herbst 1815 examiniert.


Ganz trat zunächst als Vikar in Seengen (nördlich vom Hallwilersee) an und fiel dort durch seinen Eifer auf, der von seinem vorgesetzten Pfarrer jedoch als Übereifer missbilligt wurde. In diese Zeit fällt auch sein Kontakt zu der russischen Pietistin Juliane von Krüdener und den Herrnhuter Kreisen. Nach einigen Misshelligkeiten wurde Ganz schliesslich als Hilfe für den dortigen betagten Pfarrer zur Staufbergkirche neben Lenzburg im Aargau versetzt.


In der Folge des Jahrs ohne Sommer 1816 herrschte in weiten Teilen der Schweiz Hunger und - die Verzweiflung und Erlösungssehnsucht unter der Landbevölkerung war gross, ebenso die Unruhe, zudem war auch die politische Situation im neu etablierten Kanton Aargau problematisch.


Die Buss- und Bekehrungspredigten des Vikars Ganz zogen nun bald solche Massen an, dass die Polizei, die Kantonsregierung und die Kirchenbehörden auf ihn aufmerksam wurden. Letztere äusserte sich durch den Dekan Hünerwadel dahingehend, dass


    „… Herr Ganz diesen Winter durch, sowie schon früher offenbar dahin gearbeitet habe, durch seine Art zu predigen religiösen Fanatismus unter dem Volke zu verbreiten, indem seine Vorträge nicht die reine Lehre des Evangeliums, sondern mehr die unreinen Ausgeburten der Frömmler und apokalyptischen Träumer in sich fassen; dass es ihm durch sein Benehmen auf und unter der Kanzel gelungen sei, jeden Sonntag eine Menschenmenge, welche die Kirche auf Staufberg bei weitem nicht zu fassen vermöge […] um sich zu sammeln, von welcher er beinahe angebetet, wenigstens mehr als ein anderer Geistlicher geachtet und selbst um Sündenvergebung angesprochen werde; daß er sich sogar unterfange, in andere Gemeinden einzuschleichen und anderwärts sein Wesen zu treiben …“


Da Schwärmertum, Unordnung und gar Überfüllung von Kirchen nicht geduldet werden kann, beschloss man schliesslich kirchlicher- und amtlicherseits, den Erweckungsprediger Ganz zu entfernen. Am 5. Februar 1817 wurde er nach einer Vorladung bei seinem Dekan Hünerwadel von diesem dem Oberamtmann Bertschinger übergeben, der ihm die Ausweisung eröffnete und ihn unmittelbar darauf unter Bewachung mit einer Kutsche in den Kanton Zürich verbringen liess, ohne dass er sich von seiner Gemeinde hätte verabschieden dürfen ...!


Nach seiner Absetzung hielt sich Ganz in Embrach im Zürcher Unterland, bei Freunden in Basel und für einige Wochen im Elsass bei dem damals schon 77-jährigen Pfarrer Oberlin auf, der ihn ermunterte, seine Erinnerungen aufzuzeichnen.


Im Sommer und Herbst 1817 begleitete Ganz die Frau von Krüdener auf ihrer Missionsreise in der Schweiz, in Württemberg und Baden, wurde aber im November von ihr getrennt und in die Heimat zurückgeschickt. Es folgte eine Phase der Verzagtheit, in der er von Franz Karl von Berckheim, dem Schwiegersohn der Frau von Krüdener, unterstützt wurde.


Während eines Aufenthalts in Lausanne lernte er die Schriften der quietistischen Mystikerin Madame Guyon kennen. Diese Lektüre leitete eine Hinwendung zur Mystik und stillen Hingabe an Gott ein, die in den folgenden Jahren bestimmend für ihn werden sollte. Er lebte zunächst eine Zeit in Basel und dann eine längere Zeit im idylischen Buch am Irchel.


1823 wurde er nochmals Gegenstand öffentlicher Aufmerksamkeit, als seine Beziehung zu Margaretha Peter bekannt wurde, der „Heiligen Gret“, die in schwärmerischem Wahn erst ihre Schwester ermordete und sich dann selbst kreuzigen liess.


Ganz hatte die Margaretha Peter im Sommer 1817 kennengelernt, als die Peter der Frau von Krüdener vorgestellt wurde. 1820 besuchte Ganz die Familie in Wildensbuch und im folgenden Jahr traf er Margaretha und deren Freundin Ursula Kündig (später die Hauptausführende der Kreuzigung und Tötung Margarethas) in Basel, als diese beiden „vom Geist getrieben“ durch die Schweizer Lande zogen. Zum Zeitpunkt der Tragödie gab es aber keinen Kontakt mehr.


Soweit bekannt blieb Ganz zeitlebens unverheiratet. In den jüngeren Jahren erscheint in Briefen mehrfach der Name „Anna Babeli“, die Art der Beziehung bleibt aber unklar. In der Zeit seiner Krise nach der Trennung von Frau von Krüdener 1817 scheint er eine mütterliche Freundin und „Seelenführerin“ gefunden zu haben, deren Name er mit „B. St.“ abkürzt und deren Identität unbekannt ist. Ob und wo er in den Jahren nach 1817 dauerhaft sesshaft wurde, ist nicht bekannt, aufgehalten hat er sich in Basel, Schaffhausen und Winterthur.


Er lebte einigermassen zurückgezogen, galt aber immer noch als Unruhestifter, veröffentlichte eine Anzahl von Schriften, von denen der Grossteil vor 1826 entstand, darunter (dem Rat des Pfarrers Oberlin folgend) seine Jugenderinnerungen in zwei Bänden. Ausserdem schrieb er zahlreiche Briefe, die nach seinem Tod von seinen Freunden gesammelt und in zwei Bänden publiziert wurden. 1867 ist er, 76 Jahre alt, am frühen Morgen am Weihnachtstag in seinem Geburtsort Embrach gestorben.


___________________________________________


Wir können uns kaum vorstellen, was dieser

wahre Mann Gottes alles mitmachen musste,

nur weil er bzw. das Wirken des Heiligen Geistes nicht verstanden wurde! Gott braucht keine Theologen - nein er braucht Männer Gottes!


Wenn solche treue Männer nicht von treuen Betern umgeben sind, haben sie es sehr schwer ...


Eine andere Internetstelle schreibt folgendes:


Jakob Ganz, den wir wohl mit Recht den Gerhard Tersteegen der Schweiz nennen dürfen, wurde am 6. März 1791 in Embrach (Bezirk Bülach / Kanton Zürich) als das Kind armer Eltern geboren.


Ursprünglich zum Schneiderberuf bestimmt, dem er

auch mehrere Jahre oblag, empfand er schon früh einen tiefen Zug nach etwas Höherem, als diese Welt bietet - verbunden mit eigentümlichen inneren Anfechtungen,

aus welchem sich je länger je mehr das Verlangen, in den geistlichen Stand zu treten, entwickelte. Von frühester Kindheit an wurde er durch merkwürdige Schicksale, Bedrängnisse, Kreuz und Leiden aller Art auf den Weg des inneren Christentums geführt!


Nach mehreren vergeblichen Versuchen nahmen sich endlich christliche Freunde seiner an, und ermöglichten es ihm, in Basel Theologie zu studieren, wo er auch das theologische Examen bestand. Nachdem er ein halbes Jahr in Seengen amtiert hatte, wurde er auf Ostern 1816 als Vikar auf den Staufberg bei Staufen / Lenzburg berufen. Dort wurde durch seine Predigten jene mächtige Erweckung hervorgerufen, welche wohl noch manchem in Erinnerung ist. Aus mehr als 30 der umliegenden Ortschaften strömten die Leute Sonntag für Sonntag auf den Staufberg, um Ganz zu hören und ihm ihr Herz auszuschütten.


Diese Erweckung machte Aufsehen

und rief den Neid wach!


Infolgedessen wurde Ganz schon im Februar 1817

auf ebenso heimtückische als gewalttätige Weise von Staufberg entfernt, und ihm durch obrigkeitlichen Befehl ein für allemal die Funktionen auf Staufberg und im ganzen Kanton verboten. Von da an hat Ganz in seiner Heimat die Kanzel nicht mehr betreten.


Er begab sich zunächst zu Pfarrer Oberlin ins Steintal, der sich seiner väterlich annahm, begleitete sodann eine zeitlang Frau von Krüdener auf ihren Missionsreisen durch die Schweiz und Baden, zog sich aber bald, dem ihm eigentümlichen Zug zur Stille folgend, ganz von aller öffentlichen Tätigkeit zurück, und wirkte fast nur noch durch persönliche Besuche, die er machte und empfing, sowie durch seine ausgebreitete Korrespondenz in zwar verborgener, aber um so nachhaltigerer Weise.


Gibt es doch heute noch hin und her in der Schweiz viele Seelen, die ihm viel, die ihm alles verdanken, was sie an innerem Leben besitzen: Und heute noch wirken seine hinterlassenen Schriften nach, wie wenige aus früherer Zeit. Sein Leben war von da an eine Kette von Schmach und Verkennung, Armut und Not. Wiederholt wurde er ausgewiesen und musste bald da, bald dort Unterkunft suchen, bis ihn der Herr in der Christnacht 1867 im Heimatort Embrach, wo er die letzten Jahre seines Lebens zubrachte, Heim rief.


Seine Briefe, von welchen im Jahr 1870 eine erste Sammlung erschienen ist, zeugen von reicher Erfahrung des inneren Lebens und spiegeln ganz seine reine, von der Welt und allem Eigenen abgezogene, gottergebene, nur in Gott lebende und ruhende Seele ab.


Es weht eine eigentümliche Luft in diesen Briefen!


Sie sind, wie wenige solcher Schriften, geeignet, dem Leser Aufschluss über sein Inneres und über den göttlichen Zweck seiner äusseren Lebenserfahrungen, namentlich der Leiden, zu geben, ihn von der Welt abzuziehen, zu beruhigen, zu stillen, zu trösten und

zu stärken. Dabei sind sie einfach, klar und leicht verständlich, so dass wir sie jedem Liebhaber einer ernsteren erbaulichen Lektüre und namentlich angefochtenen Seelen dringend empfohlen haben möchten.

___________________________________________




Wird fortgesetzt ...

Kirche Staufberg